Historischer Erfolg: Das Badmintonturnier der European Deaf Youth Games 2026 in Hannover

Bericht: BON-Redaktion

Vom 20. bis zum 22. August 2026 entwickelte sich die Sporthalle des LandesSportBund Niedersachsen in Hannover zum pulsierenden Zentrum des europäischen Gehörlosen-Nachwuchsbadmintons.

Bei der geschichtsträchtigen Premiere der 1. European Deaf Youth Games (EDYG) reisten 35 junge Athletinnen und Athleten aus ganz Europa an, um auf fünf Feldern in packenden Duellen um die Medaillen zu kämpfen. Das Turnier bot nicht nur sportliche Höchstleistungen auf internationalem Niveau, sondern setzte auch ein starkes Zeichen für gelebte Inklusion im Jugendsport.

Souveräne Turnierleitung und starke Kooperation

Hinter den Kulissen sorgte eine eingespielte Kooperation für einen absolut reibungslosen Ablauf. Referee Ulrich Grill und Markus Bennewitz, der erst kurz vor dem Turnier zum Turnierdirektor für Deutschland berufen wurde, führten in ihrem 15. gemeinsamen Inklusionsturnier wie gewohnt souverän durch die Veranstaltung. Unterstützt durch ein enges Zusammenspiel zwischen der Deutschen Gehörlosen Sportjugend (DGSJ), dem Niedersächsischen Badminton-Verband (NBV) und dem Referat Behindertensport des Deutschen Badminton-Verband (DBV) wurde den Jugendlichen eine perfekte Bühne geboten.

Die tragende Rolle der Schiedsrichter und Sponsoren

Ein wesentlicher Baustein für diesen Erfolg war der unermüdliche Einsatz der technischen Offiziellen. Neben ihrer eigentlichen Tätigkeit auf dem Spielfeld übernahmen die Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter eine wichtige repräsentative Funktion: Sie vertraten den internationalen Badmintonsport und sorgten dafür, dass die kulturelle und sprachliche Vielfalt der vielen teilnehmenden Länder in einer offenen, respektvollen Atmosphäre gelebt wurde. Durch ihr Fachwissen, ihre Entscheidungsstärke und ihren hochprofessionellen Einsatz ermöglichten sie faire Wettkämpfe unter optimalen Bedingungen.

Für eine professionelle Ausstattung der Spielfelder und beste Rahmenbedingungen sorgte zudem die wertvolle Unterstützung des Ausrüsters Victor Europe. Damit trugen alle Beteiligten maßgeblich dazu bei, den Gehörlosensport international sichtbar zu machen und Werte wie Fairness, Integrität und Chancengleichheit nachhaltig zu stärken. Ohne diesen ehrenamtlichen und partnerschaftlichen Einsatz wäre ein Turnier auf diesem Niveau nicht durchführbar gewesen.

Einziger deutscher Teilnehmer schreibt Geschichte: Nour Aljaboul aus Oldenburg

Sportlich schrieben die Spiele vor allem aus deutscher Sicht Geschichte, da der 18-jährige Nour Aljaboul (Bürgerfelder TB / GSV Oldenburg) als einziger Athlet für Deutschland antrat. Betreut von Bundestrainer Jens Bischoff aus Hamburg absolvierte er ein wahres Mammutprogramm in drei Disziplinen. Während er im Einzel nach starken Leistungen in einer hochkarätig besetzten Gruppe ausschied, schaffte er im Mixed-Doppel an der Seite von Mila Dovydaityte (Island) den Sprung in die K.-o.-Runde, wo erst im Viertelfinale Endstation war. Die absolute Sensation folgte im Herrendoppel: Zusammen mit seinem zypriotischen Partner Markos Savvides überzeugte Aljaboul auf ganzer Linie und erkämpfte sich die Bronzemedaille – ein historischer Erfolg bei der europäischen Premierenveranstaltung im eigenen Land.

Barrierefreie Gemeinschaft in Gebärdensprache

Die besondere Atmosphäre in der Halle war durch das strikte Reglement geprägt, nach dem alle Sportlerinnen und Sportler ihre Hörhilfen vor dem Betreten des Spielfelds ablegen mussten. Die gesamte Kommunikation zwischen den Aktiven, den Trainern und den Unparteiischen verlief vollkommen barrierefrei und visuell in Gebärdensprache. Dieser grenzübergreifende Austausch bot auch dem Schiedsrichterteam einzigartige Erfahrungen und bewies eindrucksvoll, wie der Sport Barrieren komplett abbauen.

Ein herzliches Dankeschön an alle Unterstützer und Partner

Ein internationales Großevent wie das Badmintonturnier der 1. European Deaf Youth Games 2026 ist nur durch das außergewöhnliche Engagement vieler Helferinnen und Helfer möglich. Ein herzliches Dankeschön geht an die Turnierleitung um Tomas Dovydaitis, Ulrich Grill und Markus Bennewitz, die das Turnier souverän und mit viel Herzblut geleitet haben.

Ebenso gilt unser aufrichtiger Dank den technischen Offiziellen. Mit ihrem professionellen und unermüdlichen Einsatz auf und neben den Spielfeldern haben sie nicht nur für faire Wettkämpfe gesorgt, sondern auch die Werte des Sports – Fairness, Respekt und gelebte Vielfalt – aktiv in die Tat umgesetzt.

Für die hervorragende strategische und organisatorische Rückendeckung danken wir dem DBV-Referat Behindertensport, der Deutschen Gehörlosen Sportjugend (DGSJ) und dem Niedersächsischen Badminton-Verband (NBV).

Ein herzliches Dankeschön geht zudem an den Ausrüster Victor Europe für die erstklassige materielle Ausstattung der Spielfelder.

Fotos: Jens Bischoff