FĂŒr uns (Marina Korsch, Thuc Nguyen, Kaja Zabinski, Matthias Kicklitz und Kjell Mielke) ging das Abenteuer Indonesien am Sonntagabend, 08.07. los. Der Flieger nach Dubai startete um 21:35 Uhr und nach sehr amĂŒsanten sechs Stunden Flug landeten wir zu frĂŒher Stunde um sechs Uhr Ortszeit. Da der nĂ€chste Flug nach Jakarta erst fĂŒnf Stunden spĂ€ter abheben wĂŒrde, mussten wir die Zeit irgendwie ĂŒberbrĂŒcken. Dazu eigneten sich eine StĂ€rkung und ein wenig Schlaf bevor es dann endlich weiter nach Jakarta ging.
Nach der langen Aufenthaltszeit und dem vorherigen Flug zog sich die siebenstĂŒndige Flugzeit nach Jakarta dann doch ziemlich hin.
Dort angekommen stieĂen wir dann auf Hauke, welcher aus Hongkong angereist war.
Allesamt wurden wir von unserem ehemaligen Indonesischen Trainer Flandy Limpele und seiner Frau samt Kind herzlich in Empfang genommen.
Flandy hatte netterweise einen GroĂteil der Reise organisiert, da er aufgrund seiner Herkunft natĂŒrlich super Kontakte zu indonesischen Badmintonclubs hat.
Im Schlepptau hatte er Ronald, welcher der Manager des Clubs „Exist“ ist, in dem wir die folgende drei Wochen trainieren wĂŒrden. AuĂerdem ĂŒbernahm Ronald die Betreuung unserer Gruppe wĂ€hrend unserer Zeit in dem Trainingslager. Er organisierte auch die anschlieĂende einstĂŒndige Fahrt, denn der Badmintonclub war nicht direkt in Jakarta, sondern in einer etwas auĂerhalb liegender Stadt namens Bogor.
Ronald, selbsternannte „Big Mama“, sorgte trotz der spĂ€ten Ankunft dafĂŒr, dass wir noch eine Kleinigkeit essen konnten, bevor wir dann um zwei Uhr morgens nach einer 20 stĂŒndigen krĂ€ftezehrender Anreise ins lang ersehnte Bett fallen konnten.
Wer hier ein fĂŒnf Sterne Luxus Zimmer erwartet hat, wurde leider enttĂ€uscht und auf den Boden der Tatsachen zurĂŒckgebracht, die da wĂ€ren, viele Menschen auf kleinem Raum, harte Betten, Gemeinschaftsduschen und strikte Geschlechtertrennung.
Ohne lange Ruhezeit ging es am nĂ€chsten Morgen fĂŒr Hauke um 10 Uhr direkt mit einer Laufeinheit los. Wir anderen konnten noch etwas lĂ€nger pausieren, denn er war der Einzige, der in der Doppelgruppe trainierte. Doppel und Einzel werden hier in Indonesien separat trainiert. Ăberraschend war auch, dass nicht nur nach Einzel und Doppel getrennt wird, sondern auch hier wieder die strikte Geschlechtertrennung beibehalten wurde. Es gab auĂerdem zwei Hallen, eine direkt im Exist-Club und eine andere davon fĂŒnf Minuten mit dem Auto entfernt. In der entfernten Halle hatten nur die Einzelgruppen Training. So ging der erste anstrengende Tag zu Ende und wir konnten erste interessante EindrĂŒcke sammeln.
Trainingsgruppe Herreneinzel U17/U19
Der zweite Tag, mit gratis Muskelkater inklusive, begann nicht wie ĂŒblich mit einem klassischem europĂ€ischen FrĂŒhstĂŒck, sondern mit einer warmen Mahlzeit, die man in Europa eher zu Mittagszeiten gewohnt ist. Nach dem FrĂŒhstĂŒck starteten alle um 7:00 Uhr in ihren separaten Gruppen mit dem Training.
An den meisten Tagen hatten wir zwei Trainingseinheiten, an manchen sogar drei. Es gab aber nicht nur Hallentraining , sondern auch Krafttraining, Lauftraining und Sprungtraining. Die freie Zeit zwischen den Trainingseinheiten nutzten wir dafĂŒr zu schlafen, zu essen oder zu duschen. Nachmittags folgte die zweite Einheit und manchmal kam noch eine dritte dazu.
Von 17 bis 20 Uhr gab es Abendessen, damit wir nicht mit leerem Magen schlafen gehen mussten. Neben dem normalen MenĂŒ bekamen wir von der KĂŒche extra Essen zur VerfĂŒgung gestellt, da das Essen hier teilweise sehr scharf und ungewohnt fĂŒr uns EuropĂ€er ist. Danach ging es ins Bett, jedoch hatten wir in den ersten Tagen noch etwas Probleme beim Schlafen, aufgrund der Zeitumstellung und den neuen, ungewohnten UmstĂ€nden. FĂŒr jede Gruppe gab es einen erholsameren Tag, an dem eine Nachmittags- oder Abendeinheit wegfiel.
Die folgenden Tage bis zum Wochenende verliefen Àhnlich und anders als in Deutschland wird hier samstagvormittags trainiert. Die meisten hatten nochmal zum Abschluss der Woche eine Laufeinheit. Den Samstagnachmittag verbrachten wir in der Mall in Cibinong, die mit dem Auto 10 Minuten entfernt war. Dort haben wir erstmal eine europÀische Mahlzeit genossen, die nichts mit Reis zu tun hatte. Danach gingen wir auf Erkundungstour in der Mall und entdeckten ein paar Neuheiten, die nicht bei uns zu finden sind.
ZurĂŒck im Club wurden uns von den indonesischen Spielern einige kulinarische SpezialitĂ€ten, wie beispielsweise Martabak, ein GebĂ€ck, das sowohl sĂŒĂ als auch herzhaft verzehrt werden kann, gezeigt. AuĂerdem wurden sowohl deutsche als auch indonesische Wörter ausgetauscht. So können die meisten von uns und einige indonesische Spieler auf der jeweils anderen Sprache von eins bis zehn zĂ€hlen.
Sonntag konnten wir dann endlich etwas ausschlafen bis es dann um elf Uhr zum âKebun Raya Bogorâ, einem örtlicher Waldpark, mit mehr als tausend verschiedenen Pflanzen. Dort aĂen wir etwas zu Mittag, bevor es dann weiter zur wohlverdienten Massage ging, die definitiv gĂŒnstiger als in Deutschland ist. Damit endete das erste Wochenende und somit auch schon die erste Trainingswoche.
Die zweite Woche verlief Àhnlich wie die erste Trainingswoche, da die Trainingszeiten fast immer gleich waren. Leider wurde Kjell krank und konnte aus diesem Grund die ganze Woche nicht am Training teilnehmen. Die zweite Woche ging sehr schnell vorbei, da wir uns langsam an die UmstÀnde gewöhnt hatten und das VerhÀltnis zu den indonesischen Spieler/-innen besser wurde. So entstanden sogar ein paar Freundschaften zwischen unserer Gruppe und den indonesischen Spielern und Trainern. Das war jedoch auch unsere letzte Woche mit den indonesischen Spieler/-innen, da sie in unserer dritten und letzten Woche, aufgrund eines Turniers, nicht mit uns trainieren konnten.
Und ehe wir uns versahen stand auch schon das Wochenende vor der TĂŒr. Nach der Einheit am frĂŒhen Samstagmorgen ging es Samstagnachmittag, wie auch schon das Wochenende davor, zur Massage. Am Sonntag haben wir einen Ausflug nach Jakarta gemacht, in eine der gröĂten Malls Jakartas âTaman Anggrekâ, wo wir vier Stunden Freizeit bekamen, um uns die Mall anzuschauen. Dort haben wir Flandy und seine Familie wieder getroffen und sind anschlieĂend mit ihnen in eine andere Mall namens âCentral Park“ gegangen. Dort hatten wir wieder Zeit zum Umschauen, und im Anschluss gingen wir alle gemeinsam mit Ronald, Flandy und seiner Familie essen. AuĂerdem haben wir durch Ronald eine sehr erfolgreiche, indonesische Doppelspielerin namens Apriyani Rahayu getroffen, die in den letzten Wochen die Toyota Thailand Open 2018 gewonnen hat. Nach dem Essen ging es dann auch schon wieder zurĂŒck in den Club und da es bereits 22 Uhr war, auch direkt ins Bett, um fit fĂŒr die letzte Trainingswoche zu sein.
Kjell war wieder gesund, wechselte aber aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes in die Doppelgruppe, in der ebenfalls Hauke trainierte. In der dritten und letzten Trainingswoche Ă€nderten sich die Trainingszeiten fĂŒr alle Gruppen ein wenig.
Am Mittwoch hatten bis auf Matthias alle nachmittags frei und nutzten die Zeit, um nochmal in die Cibinong Mall zu fahren und letzte Souvenirs fĂŒr die Familien zu besorgen. Ăber die gesamte Zeit des Trainingslagers konnten wir immer alle Ziele in der Umgebung kostengĂŒnstig mit dem Taxi oder dem Uber erreichen.
Matthias hatte in der dritten Woche das GlĂŒck mit Nhat Nguyen (Ireland), der aktuell die Nummer 2 der Weltrangliste U19 ist, zu trainieren. Dieser flog relativ zeitgleich weiter zur Weltmeisterschaft der Erwachsenen, die in China stattfand. Bei uns MĂ€dchen haben wir die HĂ€lfte der Woche unter uns trainiert. Nach und nach kamen aber einige indonesische Spielerinnen, aufgrund ihres Ausscheidens, frĂŒher von dem Turnier zurĂŒck und stiegen direkt wieder mit ins Training ein. AuĂerdem wurde in der dritten Woche weniger auf dem Feld trainiert, sondern mehr Lauf- und Sprungtraining absolviert, wodurch die Muskeln anders beansprucht wurden und wir nochmal an unsere Grenzen gehen mussten.
In den letzten zwei bis drei Tagen fand viel Matchtraining statt, wo auch die Jungs als Sparringspartner fĂŒr die MĂ€dchen zur Stelle waren. In den Doppelgruppen wurde um kleine GeldbetrĂ€ge gespielt, um die Motivation zu erhöhen. Durch Flandy haben wir erfahren, dass das Tradition in Indonesien ist.
Am Samstag vor dem Flug haben wir alle unsere Koffer gepackt und Abschied von den Spielern und Trainern genommen, wo auch T-Shirts getauscht und Fotos gemacht wurden. Zum Abschied haben alle vom Club Exist ein Trikot als Andenken bekommen. Danach haben wir uns ein letztes Mal in der âCentral Park Mall“ mit Flandy, seiner Familie und Ronald zum Essen getroffen.
Abschiedsessen mit Ronald dem Manager vom Exist Badminton Club und Flandy mit Familie
AnschlieĂend ging es auch schon zum Flughafen, wo wir Hauke abgesetzt haben, da er einen anderen Flug und dementsprechend an einem anderen Terminal abgereist war. FĂŒr die anderen war ein anderes Terminal das Ziel, wo eine kleine Herausforderung auf uns wartete. Die SchlĂ€ger konnte man in Indonesien nicht im HandgepĂ€ck transportieren, weshalb wir sie separat als SondergepĂ€ck aufgeben mussten. Nachdem wir die HĂŒrde bewĂ€ltigt hatte, gestaltete sich der Reste der Reise problemlos. Der Flug nach Dubai ging schnell vorbei, da er nachts stattfand und wir somit alle schlafen konnten. In Dubai hatten wir etwa 3 Stunden Aufenthalt, die wir mit essen, trinken und im Duty Free Bereich verbrachten.
Nach einem guten und sicheren Flug landeten wir sicher in Hamburg und wurden herzlich und sehnsĂŒchtig von unseren Familien empfangen.
Wir haben sehr viel gelernt, andere Trainingsarten und âmentalitĂ€ten kennengelernt. Wir alle bedanken uns fĂŒr die groĂzĂŒgige finanzielle UnterstĂŒtzung beim Förderverein des OSP, die der HBV vermittelt hat.


